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Klavierwerke II

Klaviermusik
CD 010519

Werkkommentare

Im Sommer 2002 entstand meine erste Klaviersonate op. 43 „Esbozos de Tenerife – Skizzen aus Teneriffa“, die das für meine Arbeit eigentlich untypische Beispiel einer veritablen Programmmusik darstellt.
Obwohl die Sonate und ihre vier Sätze im Aufbau dem Formschema der viersätzigen klassisch-romantischen Sonate (schneller Kopfsatz, langsamer Satz, tänzerischer Satz/Scherzo, bewegtes Finale) folgen, sind tatsächlich acht Naturbilder, die ich auf zahlreichen Wanderungen auf der Insel empfing, in die vier Sätze eingearbeitet und teils auch tonmalerisch dargestellt. So lässt sich das Stück gleichermaßen als Programmmusik wie als absolute Musik hören und verstehen.
Drei Bilder beherrschen den schnellen und aufgewühlten Kopfsatz: Zunächst ein gewaltiger, quasi vorzeitlicher Vulkanausbruch, der die „Geburt der Insel aus dem Feuer“ beschreibt; in der Mitte ein Bild der Pyramiden von Güimar, archaischen Steinhaufen im Süden der Insel, auf denen – nach alten Zeugnissen – die Eingeborenen getanzt und ihre urtümlichen Lieder gesungen haben sollen; am Schluss des Satzes erlebt der Hörer eine Wanderung durch die Schlucht von Masca, die sich von einem Hochtal ausgehend tausend Meter tief in die Berge gräbt und schließlich auf Meereshöhe endet.
Im zweiten und im dritten Satz gibt es jeweils nur ein Tonbild zu hören: Im zweiten langsamen Satz ist es ein Trauerzug von vier Männern, die einen Toten über einen halsbrecherischen Bergsteig aus ihrem Gebirgsdorf auf einer Bahre nach unten in die Stadt am Meer tragen, um ihn auf dem dortigen Friedhof zu beerdigen. Der schnelle, in ungleichmäßigen Dreierrhythmen dahin eilende dritte Satz beschreibt die wabernden Nebelschwaden auf dem Bergrücken des Anagagebirges. Diesen Ort nennen den die tinerfischen Bewohner noch heute den „Hexentanzplatz“.
Wiederum drei Bilder stellen das Finale dar: Zunächst ein Pilgerweg quer über den 2000m hohen Hauptgebirgskamm der Insel, der bis heute einmal im Jahr unter größten Mühen von Norden nach Süden begangen wird und schließlich zum Bildnis einer wundertätigen Madonna am Meer führt. In der Mitte eine Wanderung bei Vollmond auf der vulkanischen Hochfläche des Teide-Massivs, wo die Gesteine allerlei magische und mythische Formen suggerieren, gesteigert durch das diffus-blasse Mondlicht. Schließlich am Ende ein Sonnenaufgang auf dem 3700m hohen Vulkan Teide, der die darunterliegende Insel und das Meer wieder in rotem Feuer – wie es bei ihrer Entstehung gewesen sein mag - aufglühen lässt.
Die Sonate wurde im Januar 2009 von Rainer Maria Klaas uraufgeführt.

In der Zeit von Sommer 2003 bis Frühjahr 2004 entstanden zu Meditationstexten von Elftraud von Kalckreuth neun Melodramen über Begriffe wie Geist, Licht, Raum, Zeit für Sprecher und Klavier und neun dazu gehörige Klavierstücke. Die Klavierstücke waren von Anfang an auch als eigenständiger, vom Text unabhängiger, also „absolut“ musikalischer Zyklus konzipiert und wurden als solcher auch schon häufig aufgeführt und – wegen der nicht allzu großen technischen Schwierigkeiten – gerne pädagogisch genutzt.
Die neun Stücke bilden einen symmetrisch aufgebauten Zyklus, der mit ganz unterschiedlichen Formtypen und Charakteren eine abwechslungsreiche und spannungsvolle musikalische Landschaft entwirft.
Die Stücke I, V und IX sind mit „Intermezzo“ betitelt und bilden in ihrer klaren formalen Struktur und ihren thematischen Bezügen die Brückenpfeiler der Architektur. Ein dem ersten Stück vorangestelltes kurzes, aber prägnantes thematisches Motto bildet das thematische und harmonische Gerüst des ganzen Zyklus, wobei das erste und das letzte Stück eher ruhigen und besinnlichen Charakters sind, während die mittlere Nummer V eine in lebhaften und virtuosen Figuren glänzende und glitzernde Etüde darstellt.
Die beiden sehr langsamen Stücke II und VIII sind dem formalen Variationsprinzip der Passacaglia verpflichtet, während es sich bei den lebhaften Stücken III und VII um virtuos-verspielte, allerdings streng kontrapunktisch konstruierte zweistimmige Inventionen handelt.
Den eigentlichen Kern des Zyklus bilden jedoch die Stücke IV und VI, zwei Choralvorspiele, die stilistisch ihren Ausgangspunkt von J.S. Bach nehmen, dann allerdings harmonisch ganz eigene Wege gehen. Dem Stück IV liegt der Choral „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ zu Grunde, während Nummer VI die Melodie des Chorals „Befiehl du deine Wege“ üppig koloriert und harmonisch eigenwillig ausdeutet.
Stefan Heucke


Aktualisiert: 24.06.2011
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